Die Genetik des Blutbildes ist gut untersucht: Zahlreiche GWAS-Studien (z. B. zu Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten) zeigen, dass viele Blutparameter eine moderate bis hohe Heritabilität aufweisen. So sind etwa Hämoglobinspiegel, MCV oder Thrombozytenzahl durch mehrere Dutzend Genvarianten beeinflusst. Allerdings sind die Effekte einzelner SNPs meist klein (oft <1 % der Varianz). Ein Gentest für das Blutbild kann daher keine klinisch relevante Vorhersage liefern – er ersetzt keine ärztliche Blutuntersuchung. Zudem sind viele der assoziierten Varianten populationsspezifisch und in Consumer-Tests oft nicht enthalten. Die Evidenz ist human-stark (GWAS), aber die praktische Relevanz für den Einzelnen ist gering. Caveat: Normvarianten sind kein Krankheitszeichen; auffällige Blutwerte sollten immer medizinisch abgeklärt werden.
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