Die Frage, ob IgG bei Stress helfen kann, beruht auf keiner soliden wissenschaftlichen Evidenz. IgG (Immunglobulin G) ist ein Antikörper, der eine zentrale Rolle im adaptiven Immunsystem spielt – etwa bei der Abwehr von Bakterien und Viren. Chronischer Stress kann zwar die Immunfunktion beeinträchtigen, doch die Gabe von IgG-Präparaten (z. B. aus Rinderkolostrum oder als Nahrungsergänzung) ist kein anerkannter Ansatz zur Stressbewältigung. Die wenigen Studien dazu sind meist klein, methodisch schwach oder von Herstellern finanziert. Es gibt keine Belege, dass IgG-Supplemente Stresssymptome wie Anspannung, Schlafstörungen oder Erschöpfung lindern. Im Gegenteil: Solche Produkte werden oft mit übertriebenen Gesundheitsversprechen vermarktet. Wer Stress reduzieren möchte, sollte auf evidenzbasierte Methoden setzen: Bewegung, Entspannungstechniken, ausreichend Schlaf und ggf. psychologische Beratung. IgG-Tests oder -Präparate sind hierfür nicht indiziert. Caveat: Bei Verdacht auf eine Immunstörung oder chronische Infekte ist ärztliche Abklärung nötig – nicht der Griff zu IgG-Produkten aus dem Internet.
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