Der Begriff „Hormonbauch“ ist kein medizinisch definierter Befund, sondern stammt aus der Ratgeber- und Marketingliteratur. Umgangssprachlich wird darunter eine vermehrte Fettansammlung im Bauchbereich verstanden, die mit hormonellen Schwankungen in Verbindung gebracht wird – etwa in den Wechseljahren, bei Stress (erhöhtes Cortisol) oder bei Insulinresistenz. Typische Beschreibungen umfassen einen eher unteren Bauchwulst, Blähungen und ein Gefühl der „Aufgedunsenheit“. Tatsächlich ist die Verteilung von Körperfett bei Frauen hormonell beeinflusst: Östrogenmangel in der Menopause begünstigt viszerales Fett, und chronischer Stress kann über Cortisol die Fetteinlagerung im Bauch fördern. Allerdings ist die Vorstellung eines klar abgrenzbaren „Hormonbauchs“ wissenschaftlich nicht belegt. Viele Faktoren – Genetik, Ernährung, Bewegung, Schlaf – spielen zusammen. Ein DNA-Test auf einzelne Gene (z. B. CYP1A2, MMP1) liefert keine aussagekräftige Diagnose für Bauchfett. Wer echte hormonelle Störungen vermutet (z. B. PCOS, Cushing), sollte ärztliche Werte bestimmen lassen. Die Evidenz für das Konzept ist überwiegend marketinggetrieben.
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