CYP2D6 ist ein Enzym des Cytochrom-P450-Systems, das hauptsächlich für den Abbau vieler Medikamente zuständig ist – darunter auch solche, die den Schlaf beeinflussen können, wie bestimmte Antidepressiva, Antipsychotika oder Melatonin. Eine genetische Variante in CYP2D6 kann daher indirekt die Schlafqualität beeinflussen, indem sie die Wirksamkeit oder Nebenwirkungen solcher Substanzen verändert. Es gibt jedoch keine direkte, starke Evidenz dafür, dass CYP2D6 selbst den Schlaf reguliert. Die Assoziation ist eher pharmakogenetischer Natur: Bei sogenannten „poor metabolizern“ können Medikamente länger wirken und möglicherweise zu verstärkter Sedierung oder Schlafstörungen führen. Umgekehrt können „ultrarapid metabolizer“ eine verminderte Wirkung erfahren. Ohne konkrete Medikamenteneinnahme ist ein Einfluss von CYP2D6 auf den Schlaf jedoch nicht belegt. Ein Gentest auf CYP2D6 kann im Rahmen einer personalisierten Medizin sinnvoll sein, wenn Schlafprobleme im Zusammenhang mit einer Medikation stehen. Für gesunde Menschen ohne Medikamente ist der Nutzen eines solchen Tests für Schlafbeschwerden fraglich. Die Evidenzlage ist daher als mechanistisch einzustufen, nicht als klinisch bestätigt.
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