Hara Hachi Bu ist eine traditionelle japanische Ernährungsphilosophie aus Okinawa, die besagt, man solle nur bis zu 80 % Sättigung essen. Die Praxis wird mit der außergewöhnlichen Langlebigkeit der Okinawaner in Verbindung gebracht, jedoch ist die Evidenzlage differenziert. Beobachtungsstudien zeigen, dass eine moderate Kalorienrestriktion (ohne Mangelernährung) mit einer verlängerten Lebensspanne und geringeren Raten an altersassoziierten Erkrankungen korreliert. Mechanistisch wird dies über Signalwege wie mTOR, AMPK und Sirtuine erklärt, die durch Nährstoffmangel aktiviert werden. Allerdings fehlen randomisierte kontrollierte Langzeitstudien am Menschen, die Hara Hachi Bu isoliert testen. Zudem ist die Praxis kulturell eingebettet in eine insgesamt gesunde Lebensweise (viel Gemüse, wenig Fleisch, soziale Einbindung). Für Menschen mit Essstörungen, Untergewicht oder bestimmten Stoffwechselerkrankungen kann eine bewusste Unterfütterung kontraproduktiv sein. MyBody-X empfiehlt, Hara Hachi Bu als achtsame Essstrategie zu verstehen, nicht als strikte Diät. Die Evidenz ist überwiegend praxisbasiert und mechanistisch, nicht durch starke klinische Studien gestützt.
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