Die Behauptung, dass Stress direkt und zuverlässig den IgE-Spiegel erhöht, ist ein Mythos, der nur teilweise durch die Wissenschaft gestützt wird. Es gibt mechanistische Hinweise, dass chronischer Stress über Cortisol und das sympathische Nervensystem die Immunregulation beeinflussen kann – unter anderem die Th2-Antwort, die IgE-Produktion fördert. Einige Humanstudien zeigen bei stark gestressten Personen (z. B. Pflegenden von Demenzkranken) leicht erhöhte IgE-Werte. Allerdings sind die Effekte klein, individuell sehr unterschiedlich und nicht bei allen Allergien nachweisbar. Fakt ist: IgE-Erhöhungen sind primär durch Allergenexposition, genetische Veranlagung oder Parasiten bedingt. Stress kann als Co-Faktor wirken, aber nicht als alleinige Ursache. Wer erhöhte IgE-Werte hat, sollte zuerst eine allergologische Abklärung suchen, bevor er Stress als Hauptgrund ansieht. Die Evidenzlage ist moderat – es gibt keine großen RCTs, die einen kausalen Zusammenhang belegen. Für Verbraucher gilt: Stressmanagement ist gesund, aber kein Ersatz für eine Allergiediagnostik.
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