Ein häufiger Mythos ist, dass ein IgE-Allergietest (Bluttest auf allergenspezifisches Immunglobulin E) auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder gar Blutzuckerprobleme erkennen könne. Fakt ist: IgE-Tests messen ausschließlich die Sensibilisierung gegenüber Allergenen – also die Neigung des Immunsystems, bei Kontakt mit bestimmten Stoffen (z. B. Pollen, Tierhaare, Erdnüsse) eine Soforttyp-Allergie auszulösen. Sie sagen nichts über nicht-immunologische Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. B. Laktoseintoleranz, Fruktosemalabsorption) oder den Blutzuckerspiegel aus. Auch eine positive IgE-Reaktion bedeutet nicht zwangsläufig eine klinische Allergie; falsch-positive Ergebnisse sind häufig. Die Evidenz stützt sich auf die klinische Praxis der Allergiediagnostik, jedoch haben Heimtests ohne ärztliche Begleitung eine hohe Fehlerrate. Werden IgE-Ergebnisse ohne Bestätigung durch einen Facharzt zur Grundlage von Diäten gemacht, drohen unnötige Einschränkungen und Mangelernährung. Blutzucker-Messungen gehören in den Bereich der Stoffwechseldiagnostik (z. B. Nüchternblutzucker, HbA1c) und haben mit IgE nichts zu tun. Fazit: IgE-Tests sind nützlich für die Allergiediagnostik, aber nicht für Unverträglichkeiten oder Blutzucker – hier sind andere Verfahren indiziert.
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