CYP2D6 ist ein Enzym des Cytochrom-P450-Systems, das für den Abbau vieler Medikamente zuständig ist – darunter auch einige Antihistaminika und andere Allergiemedikamente. Ein verbreiteter Mythos besagt, dass ein Gentest auf CYP2D6-Varianten vorhersagen könne, ob jemand Allergien entwickelt oder wie schwer diese verlaufen. Das ist falsch. CYP2D6 beeinflusst nicht die allergische Immunantwort selbst (z. B. IgE-Produktion oder Histaminfreisetzung), sondern lediglich die Verstoffwechselung von Arzneistoffen. Eine verlangsamte oder beschleunigte Metabolisierung kann zwar die Wirksamkeit oder Nebenwirkungen von Allergiemedikamenten beeinflussen, aber das ist kein Indikator für das Allergierisiko. Die Evidenz für eine direkte Verbindung zwischen CYP2D6-Genotyp und Allergieprävalenz ist schwach und widersprüchlich. Klinisch relevanter sind andere Gene wie HLA oder FCER1A. Wer einen CYP2D6-Test als Allergie-Screening angeboten bekommt, sollte skeptisch sein. Die Aussagekraft ist begrenzt, und eine Anpassung der Medikation sollte nur in Absprache mit einem Arzt erfolgen. Der Test ist kein Ersatz für eine allergologische Diagnostik.
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