Cortisol ist ein lebenswichtiges Hormon, das den Stoffwechsel, den Blutzucker und die Stressreaktion reguliert. Ohne Cortisol wäre der Körper nicht überlebensfähig. Allerdings ist die Messung von Cortisol im Rahmen von ‚gut health‘-Tests oft irreführend: Der Cortisolspiegel schwankt stark im Tagesverlauf (zirkadianer Rhythmus) und wird durch akuten Stress, Schlafmangel und Ernährung beeinflusst. Ein einzelner Messwert sagt wenig über die langfristige Gesundheit aus. Chronisch erhöhtes Cortisol (z. B. bei Dauerstress) kann hingegen schädlich sein und mit Gewichtszunahme, Immunschwäche und kardiovaskulären Risiken einhergehen. Niedrige Werte deuten auf Nebennierenerschöpfung hin, sind aber ebenfalls schwer zu interpretieren. Die Evidenz für den Nutzen von Cortisol-Messungen in Heimtests ist schwach – es fehlen standardisierte Referenzbereiche und klinische Validierung. Sinnvoller ist eine ärztliche Abklärung bei Verdacht auf Störungen wie Cushing oder Addison. Für den gesunden Menschen bringt die isolierte Cortisol-Bestimmung ohne Kontext keinen Mehrwert. Evidenz: mechanistisch, aber keine robuste klinische Empfehlung für Selbsttests.
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