Folsäure (Vitamin B9) ist essenziell für Zellteilung, DNA-Synthese und den Homocystein-Stoffwechsel. Ein Mangel kann zu erhöhtem Homocystein führen, das als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kognitive Beeinträchtigungen gilt – beides Faktoren, die die Lebenserwartung beeinflussen. Allerdings ist der Mythos, dass eine hohe Folsäure-Supplementation direkt die Langlebigkeit verlängert, nicht durch robuste klinische Studien belegt. Einige Beobachtungsstudien zeigen einen Zusammenhang zwischen niedrigem Folatspiegel und erhöhter Mortalität, aber randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) mit Folsäuregaben haben keinen eindeutigen Überlebensvorteil gezeigt. Zudem gibt es Hinweise, dass sehr hohe Dosen Folsäure (z. B. >1 mg/Tag) das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöhen könnten, insbesondere bei bestehenden Präkanzerosen. Die Evidenz ist daher moderat: Ein ausgeglichener Folatstatus (über Nahrung oder bedarfsgerechte Supplementierung) ist wichtig, aber eine Überdosierung verspricht keine zusätzliche Lebensverlängerung. Für die Allgemeinbevölkerung reicht eine folatreiche Ernährung (Grünkohl, Spinat, Hülsenfrüchte) meist aus. Bei spezifischen Risikogruppen (z. B. Schwangere, Personen mit MTHFR-Varianten) kann eine gezielte Supplementierung sinnvoll sein, jedoch nicht primär zur Langlebigkeit.
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