Bei Ferritin in den Wechseljahren ist Vorsicht geboten: Ferritin ist nicht nur ein Eisenspeicher, sondern auch ein Akute-Phase-Protein. In den Wechseljahren sinkt der Eisenverlust durch die Menstruation, sodass die Eisenspeicher ansteigen können – ein erhöhter Ferritinwert kann daher auf eine beginnende Eisenüberladung hindeuten, aber auch auf Entzündungen, Lebererkrankungen oder metabolisches Syndrom. Ein normaler Ferritinspiegel schließt einen Eisenmangel nicht aus, wenn gleichzeitig eine Entzündung vorliegt. Sinnvoll ist die Bestimmung von Ferritin zusammen mit Transferrinsättigung, CRP und ggf. Hämoglobin. Bei postmenopausalen Frauen mit Ferritin >150–200 ng/ml sollte eine Hämochromatose-Diagnostik (HFE-Gen) erwogen werden, da Eisenüberladung Organe schädigen kann. Umgekehrt kann ein niedriger Ferritinwert (<30 ng/ml) auf Eisenmangel hinweisen, der in den Wechseljahren seltener ist, aber bei Blutverlust (z. B. Myome) oder Malabsorption auftreten kann. Die Interpretation erfordert klinischen Kontext; ein einzelner Laborwert ohne Symptome ist nicht handlungsleitend. Evidenz: human-moderate.
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