Die Verbindung zwischen MTHFR-Polymorphismen (v. a. C677T, rs1801133) und Allergien wird in der Forschung diskutiert, ist aber nicht eindeutig belegt. MTHFR kodiert ein Schlüsselenzym im Folatstoffwechsel, das die Methylierung und damit die Genregulation beeinflusst. Einige Studien berichten von einer erhöhten Prävalenz von Asthma, atopischer Dermatitis oder erhöhten IgE-Spiegeln bei Trägern der TT-Variante, insbesondere in Kombination mit niedriger Folatzufuhr. Andere Arbeiten finden keinen signifikanten Zusammenhang. Die Effekte sind klein und stark von Umweltfaktoren (Ernährung, Vitaminstatus, Epigenetik) überlagert. Ein direkter kausaler Mechanismus ist nicht gesichert. Consumer-DNA-Tests listen MTHFR oft als „Risikogen“ für Allergien, was die komplexe Realität vereinfacht. Ein MTHFR-Test allein ist für die Allergie-Diagnostik nicht geeignet; klinische Allergietests (spezifisches IgE, Pricktest) sind weiterhin Standard. Bei nachgewiesenem MTHFR-Polymorphismus kann eine ausreichende Folatversorgung (z. B. über Methylfolat) sinnvoll sein, aber nicht spezifisch zur Allergieprävention. Evidenz: human-moderate (Beobachtungsstudien, Meta-Analysen mit heterogenen Ergebnissen).
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