Die Frage, ob MTHFR bei Langlebigkeit helfen kann, ist wissenschaftlich nicht belegt. MTHFR ist ein Enzym, das am Folsäurestoffwechsel beteiligt ist. Die häufigste Variante (C677T) führt zu einer reduzierten Enzymaktivität und leicht erhöhten Homocysteinspiegeln. Erhöhtes Homocystein gilt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber der direkte Effekt auf die Lebensspanne ist unklar. Wichtiger: Die US-amerikanische USPSTF (2023) empfiehlt keine MTHFR-Testung für die Allgemeinbevölkerung, und Fachgesellschaften lehnen Routinetests ab. Selbst wenn eine Variante vorliegt, ist eine Supplementierung mit Methylfolat nicht generell empfohlen und kann bei hohen Dosen sogar Risiken bergen. Langlebigkeit wird durch viele Faktoren bestimmt – Ernährung, Bewegung, Lebensstil, soziale Bindungen – und nicht durch ein einzelnes Gen. Die Evidenz für MTHFR als Langlebigkeitsgen ist schwach und basiert meist auf Assoziationsstudien, die nicht kausal sind. Wer seine Gesundheit fördern möchte, sollte auf evidenzbasierte Maßnahmen setzen, nicht auf Gentests mit fragwürdigem Nutzen.
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