Testosteron hat eine komplexe, zweischneidige Rolle bei der Hautalterung. Einerseits fördert es die Kollagensynthese und die Hautdicke, was besonders bei Männern zu einer langsameren Faltenbildung beiträgt. Andererseits kann ein Überschuss an Testosteron (oder seinem aktiven Metaboliten DHT) die Talgproduktion anregen und Akne sowie Entzündungen verstärken, die wiederum die Hautalterung beschleunigen. Bei Frauen sinkt der Testosteronspiegel nach der Menopause, was mit dünnerer Haut und Elastizitätsverlust einhergeht. Die Wirkung ist stark individuell und wird durch Genetik (z. B. Androgenrezeptor-Polymorphismen), Lebensstil und Umweltfaktoren moduliert. Eine Hormonersatztherapie kann positive Effekte haben, birgt aber Risiken (z. B. kardiovaskulär, prostatakarzinom). Die Evidenzlage ist überwiegend mechanistisch und beobachtend; randomisierte kontrollierte Studien zur alleinigen Wirkung von Testosteron auf Hautalterung sind rar. Daher ist Vorsicht vor übertriebenen Anti-Aging-Versprechen geboten.
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