BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) ist ein Schlüsselprotein für neuronale Plastizität und wird auch mit der Schlafregulation in Verbindung gebracht. Studien zeigen, dass Schlafentzug die BDNF-Expression senken kann, während erholsamer Schlaf sie fördert. Einige genetische Varianten, insbesondere der Val66Met-Polymorphismus (rs6265), wurden mit veränderter BDNF-Sekretion und möglicherweise mit Schlafqualität, Einschlafverhalten und Anfälligkeit für Schlafmangel assoziiert. Die Effekte sind jedoch klein und in der Allgemeinbevölkerung klinisch nicht relevant. Direkte-to-Consumer-DNA-Tests, die auf BDNF-Varianten hinweisen, überschätzen oft deren Vorhersagekraft. Es gibt keine gesicherten Supplemente, die BDNF gezielt und sicher auf Basis eines Gentests erhöhen. Hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel wie Curcumin oder Omega-3-Fettsäuren werden manchmal als BDNF-Booster beworben, doch die Evidenz ist überwiegend mechanistisch oder stammt aus Tierstudien. Für besseren Schlaf sind etablierte Maßnahmen wie regelmäßige Schlafenszeiten, Reduktion von Bildschirmzeit und Stressmanagement weitaus wirksamer als jede genetisch motivierte Supplementierung. Ein BDNF-Gentest allein liefert keine handlungsrelevante Information für die individuelle Schlafoptimierung.
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