Östradiol (E2) ist das wichtigste und wirksamste Östrogen im weiblichen Körper. Während der Menopause sinkt die Östradiolproduktion der Eierstöcke drastisch ab – von etwa 100–400 pg/ml im Zyklus auf unter 10–20 pg/ml. Dieser Abfall ist die Hauptursache für typische menopausale Beschwerden wie Hitzewallungen, Nachtschweiß, Schlafstörungen, vaginale Trockenheit und Stimmungsschwankungen. Zudem beschleunigt der Östradiolmangel den Knochenabbau und erhöht das Risiko für Osteoporose und kardiovaskuläre Erkrankungen. Die Hormonersatztherapie (HRT) mit Östradiol (oft kombiniert mit Gestagen bei vorhandener Gebärmutter) kann diese Symptome wirksam lindern und das Frakturrisiko senken. Allerdings ist HRT nicht für alle Frauen geeignet; individuelle Risikofaktoren (z. B. Brustkrebsanamnese, Thromboseneigung) müssen ärztlich abgewogen werden. Die Bestimmung des Östradiolspiegels im Blut kann helfen, den menopausalen Status zu bestätigen, ist aber allein nicht ausreichend – klinische Symptome und das Alter sind entscheidend. Consumer-DNA-Tests bieten hier keine relevante Aussagekraft, da sie keine Hormonspiegel messen. Die Evidenz für die Rolle von Östradiol in der Menopause ist stark und durch zahlreiche klinische Studien und Leitlinien gestützt.
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