Das LCT-Gen kodiert für die Laktase, das Enzym, das Laktose in Milchzucker spaltet. Die Variante rs4988235 (und andere) bestimmt, ob die Laktaseproduktion im Erwachsenenalter erhalten bleibt (Laktasepersistenz) oder abnimmt (Laktasemangel). Ein Mythos ist, dass alle Menschen Laktose meiden müssten – tatsächlich können etwa 75 % der Nordeuropäer Laktose verdauen, während die Rate in Ostasien unter 10 % liegt. Ein weiterer Mythos: Laktoseintoleranz sei eine Allergie – sie ist eine Malabsorption, die zu Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen führen kann, aber nicht immunvermittelt ist. Die Darmgesundheit wird durch Laktose nicht grundsätzlich geschädigt; viele Betroffene vertragen kleine Mengen oder fermentierte Milchprodukte wie Joghurt und Käse, da Bakterien Laktose teilweise abbauen. Ein Gentest auf LCT kann helfen, die persönliche Toleranz einzuschätzen, ersetzt aber keine ärztliche Diagnose bei anhaltenden Symptomen. Die Evidenz ist stark (humane Studien, Populationsgenetik), aber die klinische Relevanz ist individuell. Vorsicht: Ein positiver Test auf Laktasepersistenz schließt andere Ursachen für Verdauungsbeschwerden nicht aus.
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