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Was steht hinter dem Thema cortisolspiegel messen?

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Was steht hinter dem Thema cortisolspiegel messen?

Das Messen des Cortisolspiegels wird oft mit Stress, Burnout oder Gewichtsproblemen in Verbindung gebracht. Medizinisch etabliert ist die Bestimmung von Cortisol im Speichel, Blut oder Urin zur Diagnose von Erkrankungen wie Cushing-Syndrom oder Nebenniereninsuffizienz. Dabei werden Tagesprofile (morgens, abends) oder Dexamethason-Hemmtest verwendet. Im Consumer-Bereich werden Speicheltests für zuhause angeboten, die angeblich „Stresslevel“ oder „Burnout-Risiko“ anzeigen. Die Evidenz dafür ist schwach: Cortisol unterliegt starken tageszeitlichen Schwankungen, wird durch akuten Stress, Schlaf, Koffein und sogar Zähneputzen beeinflusst. Ein einzelner Messwert sagt wenig über die langfristige Stressbelastung aus. Zudem fehlen für viele Heimtests unabhängige Validierungsstudien. Die Werte können durch Laborunterschiede und fehlende Referenzbereiche verfälscht sein. Wer echte Beschwerden hat (Müdigkeit, Gewichtsveränderungen, Blutdruckprobleme), sollte ärztlich abklären lassen – ein Selbsttest ersetzt keine Diagnose. Die Faszination für Cortisol-Messung spiegelt den Wunsch nach objektivierbaren Stressdaten wider, aber die Wissenschaft mahnt zur Vorsicht: Biomarker allein sind kein Stressbarometer.

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