Östradiol, die wichtigste Form von Östrogen, und Sport beeinflussen sich gegenseitig auf mehreren Ebenen. Regelmäßige körperliche Aktivität kann den Östradiolspiegel senken, insbesondere bei Frauen mit hohem Ausgangswert, was das Brustkrebsrisiko reduzieren könnte. Gleichzeitig verbessert Sport den Östrogenstoffwechsel und fördert die Ausscheidung von potenziell schädlichen Metaboliten. Umgekehrt beeinflusst Östradiol die sportliche Leistungsfähigkeit: Es wirkt muskelprotektiv, fördert die Regeneration und kann die Fettverbrennung während des Ausdauertrainings beeinflussen. Der Effekt ist jedoch zyklusabhängig – viele Sportlerinnen berichten von Leistungsschwankungen in verschiedenen Zyklusphasen. Die Evidenzlage ist überwiegend mechanistisch und basiert auf Beobachtungsstudien; große randomisierte kontrollierte Studien fehlen. Zudem sind die Effekte individuell sehr unterschiedlich. Wer seinen Östradiolspiegel durch Sport gezielt beeinflussen möchte, sollte ärztlichen Rat einholen, insbesondere bei bestehenden Hormonstörungen oder der Einnahme hormoneller Kontrazeptiva.
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