Im Alltag mit Gluten treten häufig Fehler auf, die auf Missverständnissen über Glutenunverträglichkeit und glutenfreie Ernährung beruhen. Ein typischer Fehler ist die Annahme, dass glutenfrei automatisch gesund sei – viele glutenfreie Produkte enthalten stattdessen mehr Zucker, Fett oder Zusatzstoffe. Ein weiterer Fehler ist das Übersehen von verstecktem Gluten in Soßen, Gewürzmischungen, Wurstwaren oder sogar in Kosmetika und Medikamenten. Viele Menschen verzichten vorsorglich auf Gluten, ohne vorher einen Arzt zu konsultieren oder einen Test auf Zöliakie durchführen zu lassen. Dies kann zu unnötigen Ernährungseinschränkungen und Nährstoffmängeln führen. Auch die Kreuzkontamination in der eigenen Küche (z. B. durch dasselbe Schneidebrett oder Toaster) wird oft unterschätzt. Bei Zöliakie reichen bereits kleinste Glutenmengen aus, um eine Immunreaktion auszulösen. Zudem verwechseln viele Glutenunverträglichkeit mit einer Weizenallergie oder dem Reizdarmsyndrom. Die Evidenzlage zeigt: Nur eine ärztlich bestätigte Diagnose rechtfertigt eine strikte glutenfreie Diät. Ohne Diagnose kann der Verzicht auf Gluten mehr schaden als nutzen.
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