Die Studienlage zu Cortisol-Checks (Speichel-, Blut- oder Haar-Cortisol) im Consumer-Bereich ist dünn. Während Cortisol als Biomarker für Stress und zirkadiane Rhythmen in der Forschung etabliert ist (z. B. in der Psychoneuroendokrinologie), fehlen robuste klinische Studien, die den Nutzen von Heimtests für Diagnose oder Therapiesteuerung belegen. Einzelne Messungen sind stark tageszeitabhängig und durch Faktoren wie Schlaf, Ernährung oder akute Belastung verfälschbar. Die meisten kommerziellen Anbieter stützen sich auf mechanistische oder marketingbasierte Argumente, nicht auf randomisierte kontrollierte Studien. Ein Cortisol-Check kann als grober Screening-Hinweis dienen, ersetzt aber keine ärztliche Abklärung (z. B. Dexamethason-Hemmtest bei Verdacht auf Cushing-Syndrom). Ohne ärztliche Interpretation riskiert man Fehlschlüsse. Evidenz: mechanistisch/marketing. Caveat: Keine validierten Consumer-Studien in der referenzierten Wissensbasis.
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