Die Frage, ob das FTO-Gen bei Blutzucker helfen kann, ist differenziert zu betrachten. FTO-Varianten (z. B. rs9939609) sind stark mit erhöhtem BMI und Adipositas assoziiert, was wiederum das Risiko für Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes erhöht. Allerdings gibt es keine belastbaren Belege dafür, dass FTO direkt den Blutzuckerspiegel beeinflusst – der Effekt läuft hauptsächlich über die Gewichtsregulation. Eine auf das FTO-Gen zugeschnittene Ernährung (z. B. Low-Carb) hat in RCTs keinen signifikanten Vorteil gegenüber anderen Diäten gezeigt, wenn es um Blutzuckersenkung geht. Wichtiger sind allgemeine Maßnahmen: Kalorienkontrolle, Bewegung und eine ausgewogene Ernährung. Die Evidenz basiert auf humanen Beobachtungsstudien und GWAS; randomisierte Studien zur gezielten FTO-Intervention fehlen. Ein Gentest allein liefert keine Handlungsanweisung für den Blutzucker – die klinische Relevanz ist gering. Vorsicht vor überzogenen Marketingversprechen, die FTO als „Blutzucker-Gen“ bewerben.
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