Mythen und Fakten zu Ferritin, Eisenmangel und Sport: Ein häufiger Mythos ist, dass ein niedriger Ferritinwert automatisch Eisenmangel bedeutet. Tatsächlich ist Ferritin ein Akute-Phase-Protein, das bei Entzündungen, Infektionen oder nach intensivem Training ansteigen kann – ein normaler Ferritinspiegel schließt einen funktionellen Eisenmangel nicht aus. Fakt ist: Bei Ausdauersportlern (v. a. Läuferinnen) ist das Risiko für Eisenmangel erhöht durch Hämolyse, Schweißverlust und erhöhte Erythropoese. Ein Ferritinwert unter 30 ng/ml gilt als Hinweis auf leere Eisenspeicher, Werte unter 15 ng/ml als manifester Mangel. Ein weiterer Mythos: „Mehr Eisen = bessere Leistung“. Tatsächlich kann Eisenüberladung (z. B. bei Hämochromatose) schädlich sein. Supplementierung sollte nur nach Bestimmung von Ferritin, Transferrinsättigung und CRP erfolgen. Genetische Tests auf HFE-Mutationen (C282Y, H63D) können helfen, eine Veranlagung zur Hämochromatose zu erkennen, sind aber für die allgemeine Eisenstatus-Diagnostik nicht nötig. Die Evidenz basiert auf klinischen Studien und Leitlinien, jedoch fehlen große RCTs für spezifische Sportler-Supplementierungsprotokolle. Vorsicht vor DTC-Tests, die „Eisen-Gene“ ohne klinischen Kontext bewerben.
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