Die Wechseljahre (Peri- und Postmenopause) sind durch einen drastischen Abfall der Östrogen- und Progesteronspiegel gekennzeichnet. Diese Hormone modulieren die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse) und damit die Cortisolausschüttung. Studien zeigen, dass Frauen in der Perimenopause häufig erhöhte Cortisolspiegel und eine veränderte Stressreaktivität aufweisen. Östrogenmangel kann die negative Rückkopplung auf die HPA-Achse stören, was zu einer Dysregulation des Cortisols führt. Gleichzeitig können Schlafstörungen, Hitzewallungen und psychosozialer Stress in dieser Lebensphase die Cortisolproduktion zusätzlich steigern. Chronisch erhöhtes Cortisol wiederum kann Symptome wie Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen und kognitive Beeinträchtigungen verstärken. Die Evidenz basiert auf humanen Beobachtungsstudien und mechanistischen Modellen, jedoch fehlen groß angelegte Längsschnittstudien, die einen kausalen Zusammenhang eindeutig belegen. Einzelfallbasierte Hormontests (Speichel-Cortisol) können Hinweise geben, sind aber nicht als alleinige Diagnostik geeignet. Ein ganzheitlicher Ansatz mit Stressmanagement, Bewegung und ggf. Hormonersatztherapie (nach ärztlicher Beratung) ist sinnvoll.
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