Epigenetik beschreibt vererbbare Veränderungen der Genaktivität, die nicht auf Änderungen der DNA-Sequenz beruhen. Die Hauptmechanismen sind DNA-Methylierung, Histonmodifikation und nicht-kodierende RNAs. Ursachen sind vielfältig: Umweltfaktoren wie Ernährung, Stress, Schadstoffe, aber auch Lebensstil (Bewegung, Schlaf) und Alterungsprozesse. Pränatale Einflüsse und frühkindliche Erfahrungen können langfristige epigenetische Muster prägen. Wichtig: Epigenetik ist dynamisch und reversibel – anders als genetische Mutationen. Die Forschung steckt noch in den Anfängen; viele Zusammenhänge sind aus Tierversuchen oder kleinen Humanstudien bekannt. Für personalisierte Gesundheitsempfehlungen reicht die Evidenz derzeit nicht aus. Epigenetische Tests im Direktvertrieb sind oft übertrieben und nicht klinisch validiert. Ein gesunder Lebensstil wirkt vermutlich günstig auf das Epigenom, aber konkrete Handlungsanleitungen sind noch spekulativ.
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