HbA1c (glykiertes Hämoglobin) ist ein Langzeitblutzuckermarker, der den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der letzten 2–3 Monate widerspiegelt. In Bezug auf die Fruchtbarkeit gibt es Hinweise aus Beobachtungsstudien, dass ein erhöhter HbA1c-Wert (≥5,7 % bzw. ≥39 mmol/mol) mit einer verminderten Fertilität assoziiert sein kann – sowohl bei Frauen (z. B. bei PCOS oder Diabetes) als auch bei Männern (schlechtere Spermienqualität). Allerdings ist die Evidenzlage moderat: Es gibt keine großen randomisierten Studien, die einen kausalen Zusammenhang belegen. HbA1c ist kein direkter Fruchtbarkeitsmarker, sondern ein Indikator für die glykämische Kontrolle. Wer die Fruchtbarkeit verbessern möchte, sollte auf einen HbA1c im Normalbereich (<5,7 %) achten, aber auch andere Faktoren wie Hormonstatus, Zyklus, Spermienanalyse und Lebensstil berücksichtigen. Vorsicht vor überzogenen Behauptungen von Direct-to-Consumer-Tests: HbA1c wird meist im klinischen Labor gemessen, nicht über DNA-Tests. Ein normaler HbA1c schließt Fruchtbarkeitsprobleme nicht aus. Bei Kinderwunsch ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
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