Vitamin-D3-K2-Komplexe werden oft als ‚Shield‘ beworben, doch die Risiken sind differenziert zu betrachten. Vitamin D3 (Cholecalciferol) kann in hohen Dosen (>4000 IE/Tag langfristig) zu Hyperkalzämie führen – mit Symptomen wie Übelkeit, Nierensteinen oder Herzrhythmusstörungen. Das Risiko steigt bei gleichzeitiger Einnahme von Calciumpräparaten oder Nierenerkrankungen. Vitamin K2 (Menachinon-7) gilt als sicher, kann aber bei Einnahme von Blutverdünnern (z. B. Warfarin) die Gerinnung beeinflussen, da K2 die Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktoren aktiviert. Bei Marcumar-Patienten ist daher Vorsicht geboten. Zudem sind viele Kombipräparate nicht standardisiert; die Dosierungen variieren stark. Ein Bluttest auf 25(OH)D vor Supplementierung ist sinnvoll, um Überdosierung zu vermeiden. Die Evidenz für synergistische Effekte von D3+K2 ist begrenzt – die meisten Studien sind mechanistisch oder an Subgruppen. Für gesunde Erwachsene ohne Risikofaktoren sind moderate Dosen (800–2000 IE D3, 45–100 µg K2) wahrscheinlich sicher, aber ein unkritischer ‚Shield‘-Effekt ist nicht belegt. Bei Unsicherheiten oder Vorerkrankungen sollte ein Arzt konsultiert werden.
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