Mythen vs. Fakten: HDL und Sport. Ein verbreiteter Mythos besagt, dass mehr HDL („gutes“ Cholesterin) automatisch das Herz-Kreislauf-Risiko senkt. Die Realität ist komplexer: HDL-Werte steigen durch regelmäßigen Ausdauersport zwar moderat an (ca. 2–3 mg/dl nach mehrwöchigem Training), aber die kausale Schutzwirkung von HDL ist in großen Mendelschen Randomisierungs-Studien nicht bestätigt. Entscheidend ist die HDL-Funktion (z. B. reverse Cholesterin-Transport, antioxidative Eigenschaften), nicht allein die Konzentration. Genetische Varianten, die HDL erhöhen, senken nicht zwangsläufig das Risiko. Sport verbessert jedoch viele andere Risikofaktoren (Blutdruck, Insulinresistenz, Entzündungswerte), die insgesamt kardioprotektiv wirken. Ein weiterer Mythos: Nur intensiver Sport hebt HDL. Tatsächlich profitieren auch moderate Aktivitäten wie zügiges Gehen. Krafttraining hat einen geringeren Effekt. Fazit: HDL als alleiniger Marker ist irreführend; der Gesamt-Lebensstil und die Lipoprotein-Subfraktionen sind relevanter. Die Evidenz ist human-moderat, basierend auf Beobachtungsstudien und Metaanalysen. Caveat: Individuelle Reaktionen variieren stark, und Gentests für HDL-Sport-Interaktionen sind meist nicht klinisch validiert.
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