Folsäure (Vitamin B9) wird oft mit Gewichtsverlust in Verbindung gebracht, aber die wissenschaftliche Evidenz ist schwach. Mechanistische Studien deuten darauf hin, dass Folsäure an der Methylierung und am Homocystein-Stoffwechsel beteiligt ist, was theoretisch den Energiehaushalt beeinflussen könnte. Einige Beobachtungsstudien zeigen einen Zusammenhang zwischen niedrigen Folsäurespiegeln und höherem Körpergewicht, aber dies ist keine Kausalität. Randomisierte kontrollierte Studien, die eine Gewichtsabnahme durch Folsäure-Supplementierung belegen, fehlen weitgehend. Zudem kann eine hohe Folsäurezufuhr einen Vitamin-B12-Mangel maskieren, besonders bei älteren Menschen oder Veganern. Für die Gewichtskontrolle sind eine ausgewogene Ernährung, Kalorienbilanz und Bewegung entscheidend – nicht einzelne Vitamine. DNA-Varianten wie MTHFR A1298C beeinflussen die Folsäureverwertung, aber auch hier gibt es keine Belege für eine gewichtsreduzierende Wirkung einer speziellen Supplementierung. Fazit: Folsäure ist kein Abnehmwunder; der Mythos ist wissenschaftlich nicht haltbar.
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