Die Frage, ob APOE (Apolipoprotein E) bei Fruchtbarkeit helfen kann, ist wissenschaftlich nicht eindeutig zu bejahen. APOE ist primär als Risikogen für die Alzheimer-Krankheit und als Regulator des Lipidstoffwechsels bekannt. Einige Studien untersuchen einen möglichen Zusammenhang zwischen APOE-Polymorphismen (ε2, ε3, ε4) und Fertilitätsparametern – etwa dem Einfluss auf die Eizellreifung, die Spermienqualität oder die Einnistung des Embryos. Die Evidenzlage ist jedoch schwach und basiert meist auf Assoziationsstudien mit kleinen Fallzahlen oder mechanistischen Überlegungen (z. B. Rolle von APOE bei der Cholesterinversorgung der Eizelle). Es gibt keine robusten klinischen Belege, dass eine APOE-Genotypisierung zur Verbesserung der Fruchtbarkeit beiträgt. Zudem ist APOE kein Bestandteil etablierter Fertilitätsdiagnostik. Ein direkter Nutzen für die Kinderwunschbehandlung ist daher nicht abgesichert. Bei Fertilitätsproblemen sollten evidenzbasierte Ursachen (Hormonstatus, Spermienanalyse, Tubenfunktion) abgeklärt werden. APOE-Tests sind für diesen Zweck nicht indiziert.
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