Mythos: AMH sagt direkt die Fruchtbarkeit oder die Chance auf eine Schwangerschaft voraus. Fakt: AMH (Anti-Müller-Hormon) ist ein Marker für die ovarielle Reserve, also die Anzahl der verbleibenden Eizellen. Es sagt jedoch nichts über die Eizellqualität oder die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Empfängnis aus. Eine niedrige AMH-Konzentration bedeutet nicht zwangsläufig Unfruchtbarkeit – viele Frauen mit niedrigem AMH werden spontan schwanger. Mythos: Niedriges AMH = baldige Menopause. Fakt: AMH korreliert mit dem altersbedingten Rückgang der Follikel, aber der Zeitpunkt der Menopause ist individuell und wird durch viele Faktoren beeinflusst. Mythos: AMH lässt sich durch Ernährung oder Nahrungsergänzung steigern. Fakt: Bislang gibt es keine robusten Belege, dass bestimmte Lebensmittel oder Supplemente den AMH-Spiegel dauerhaft erhöhen. Die ovarielle Reserve ist genetisch determiniert und alterungsbedingt. Klinisch wird AMH vor allem zur Abschätzung der Reaktion auf eine IVF-Stimulation genutzt. Ein einzelner AMH-Wert ist nicht diagnostisch – er sollte immer im Kontext von Alter, Zyklus und weiteren Parametern interpretiert werden. Die Evidenzlage ist moderat: AMH ist ein etablierter Surrogatmarker, aber kein Fruchtbarkeitstest. Caveat: Direkt-to-Consumer-Tests für AMH können ohne ärztliche Einordnung zu Fehlinterpretationen führen.
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