Viele Verbraucher-Gentests für TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) versprechen, anhand einzelner Genvarianten (z. B. TSHR, PDE8B) eine ‚genetische Schilddrüsenfehlfunktion‘ zu erkennen. Tatsächlich sind die Effektstärken dieser Varianten sehr gering – sie erklären meist weniger als 5 % der TSH-Variation. Ein häufiger Fehler ist, aus einem Risikoallel direkt auf eine behandlungsbedürftige Hypo- oder Hyperthyreose zu schließen. Die Schilddrüsenachse wird durch zahlreiche Umweltfaktoren (Jodversorgung, Stress, Medikamente) und polygene Einflüsse reguliert. Zudem verwenden viele Tests Referenzbereiche aus populationsbasierten Studien, die nicht auf den Einzelnen übertragbar sind. Ein auffälliger TSH-Wert im Blut sollte immer durch einen Arzt abgeklärt werden – eine genetische Risikoangabe allein rechtfertigt keine Therapie. Die Evidenz für personalisierte Ernährungs- oder Supplementempfehlungen basierend auf TSH-Genetik ist schwach. Fazit: Solche Tests sind als Lifestyle-Produkt einzustufen, nicht als medizinische Diagnostik.
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