Laienmeinungen zu Stress-Tests (z. B. Cortisol-Messung oder Wearable-Stress-Scores) gehen oft von einer einfachen, direkten Aussagekraft aus: Ein hoher Wert = viel Stress, ein niedriger = entspannt. Die Evidenz zeigt jedoch, dass Stress ein komplexes, mehrdimensionales Phänomen ist. Ein einzelner Cortisol-Wert unterliegt starken zirkadianen Schwankungen, wird durch Tageszeit, Schlaf, Nahrungsaufnahme und akute Belastung beeinflusst und ist ohne Wiederholungsmessung und ärztliche Einordnung nicht diagnostisch. Auch Herzratenvariabilität (HRV) als Stressmarker ist nützlich, aber ihre Interpretation erfordert Langzeittrends und individuelle Baseline. Die Evidenzlage ist praxisbasiert: Es gibt keine randomisierten Studien, die belegen, dass ein einzelner Heimtest langfristige Gesundheitsoutcomes verbessert. Laien überschätzen oft die Präzision und den Vorhersagewert solcher Tests. Fazit: Stress-Tests können als Orientierung dienen, aber nicht als alleinige Diagnose. Eine ärztliche Abklärung bei auffälligen Werten ist unerlässlich.
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