Die Frage nach dem sinnvollen Einsatz von TSH-Messungen bei Senioren ist klinisch relevant, da die Prävalenz subklinischer Hypothyreose mit dem Alter steigt, gleichzeitig aber die Evidenz für einen Nutzen einer Behandlung bei älteren Menschen begrenzt ist. Eine TSH-Bestimmung ist dann sinnvoll, wenn Symptome wie Müdigkeit, Kälteintoleranz, Verstopfung oder kognitive Einbußen vorliegen, die auf eine Schilddrüsenunterfunktion hindeuten. Auch bei Risikofaktoren wie Schilddrüsenvergrößerung, positiver Familienanamnese oder Einnahme von Amiodaron/Lithium ist eine Messung gerechtfertigt. Ein generelles TSH-Screening bei asymptomatischen Senioren wird jedoch von den meisten Leitlinien (z. B. ATA, AACE) nicht empfohlen, da die Behandlung subklinischer Hypothyreosen bei über 80-Jährigen keinen klaren Vorteil gezeigt hat und sogar Risiken wie Herzrhythmusstörungen oder Knochendichteverlust bergen kann. Die Entscheidung sollte individualisiert und unter Berücksichtigung des Gesamtzustands getroffen werden. Caveat: TSH-Normwerte verschieben sich im Alter leicht nach oben; ein leicht erhöhter TSH ohne Symptome erfordert keine Therapie.
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