Mythos: Ein TSH-Wert außerhalb des engen Bereichs von 0,5–2,5 mU/l ist die Hauptursache für Schlafprobleme. Fakt: TSH unterliegt einer zirkadianen Rhythmik – der Wert ist nachts am höchsten und fällt am Morgen ab. Schlafmangel kann den TSH-Spiegel vorübergehend erhöhen, ohne dass eine Schilddrüsenerkrankung vorliegt. Umgekehrt führen leichte TSH-Abweichungen selten allein zu Schlafstörungen; häufiger sind Stress, Schlafapnoe oder psychische Faktoren. Die Referenzbereiche sind populationsbasiert und nicht für jeden Menschen optimal. Eine isolierte TSH-Messung ohne fT3/fT4 und klinische Symptome reicht nicht aus, um die Schilddrüsenfunktion zu beurteilen. Wer nachts schlecht schläft und einen TSH-Wert von 3,0 mU/l hat, sollte nicht automatisch eine Schilddrüsentherapie beginnen. Stattdessen sind eine Schlafhygiene, Stressreduktion und ggf. ein Schlaflabor sinnvoller. Evidenz: Praxisleitlinien und Humanstudien zeigen moderate Zusammenhänge, aber keine Kausalität. Caveat: At-home-Tests liefern nur eine Momentaufnahme; eine venöse Bestimmung zum gleichen Tageszeitpunkt ist für die Diagnose nötig.
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