Die Frage, ob ein Helicobacter-pylori-Test bei Fatigue sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal bejahen. Helicobacter kann über chronische Gastritis, okkulte Blutungen oder gestörte Eisen-/B12-Resorption eine Eisenmangelanämie oder Vitamin-B12-Mangel verursachen – beides mögliche Fatigue-Ursachen. Allerdings ist Fatigue ein sehr unspezifisches Symptom; die Prävalenz einer asymptomatischen H.-pylori-Infektion ist in der Allgemeinbevölkerung hoch (30–50 %). Ein positiver Test allein beweist also keinen kausalen Zusammenhang. Sinnvoll ist die Testung vor allem bei zusätzlichen Hinweisen wie Oberbauchbeschwerden, bekannter Anämie unklarer Genese oder Risikofaktoren. Die Evidenz basiert auf Beobachtungsstudien, nicht auf randomisierten kontrollierten Studien, die einen generellen Fatigue-Nutzen belegen. Cave: Überdiagnostik und unnötige Antibiotikatherapie mit Resistenzrisiken. Ein Stuhltest auf H.-pylori-Antigen oder ein 13C-Atemtest sind nicht-invasiv und zuverlässig. Vor einer Therapie sollte eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.
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