Die Verbindung zwischen dem FTO-Gen (insbesondere rs9939609) und Allergien ist wissenschaftlich schwach und indirekt. FTO ist primär als Risikogen für Adipositas bekannt. Einige GWAS-Studien fanden Assoziationen zwischen FTO-Varianten und Asthma oder allergischer Rhinitis, jedoch verschwinden diese oft nach Korrektur für den Body-Mass-Index (BMI). Das deutet darauf hin, dass ein erhöhtes Allergierisiko eher durch Übergewicht vermittelt wird als durch das Gen selbst. Andere Studien zeigen widersprüchliche Ergebnisse. Die Evidenzlage ist daher als „gwas“ einzustufen: Es gibt statistische Zusammenhänge aus großen Genomstudien, aber keine kausale oder mechanistische Bestätigung. Für Verbraucher bedeutet das: Ein FTO-Testergebnis sagt nichts Sicheres über das persönliche Allergierisiko aus. Wichtiger sind Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Bewegung und Umwelt. Wer Allergien vermutet, sollte einen Arzt aufsuchen und sich nicht auf Gentests verlassen. Die Aussagekraft von Direktverbraucher-Gentests ist in diesem Bereich sehr begrenzt.
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