CYP1A2 ist ein Enzym des Cytochrom-P450-Systems, das vor allem für den Abbau von Koffein und einigen Arzneimitteln bekannt ist. Es gibt Hinweise, dass CYP1A2 auch am Östrogenstoffwechsel beteiligt ist, da es Östrogene hydroxylieren kann. Einige Studien untersuchen, ob Varianten im CYP1A2-Gen (z. B. rs762551) die Fruchtbarkeit beeinflussen könnten, etwa über veränderte Hormonspiegel oder die Wirkung von Umweltgiften. Die Evidenz ist jedoch schwach und überwiegend mechanistisch oder aus Tierversuchen abgeleitet. Bislang gibt es keine belastbaren klinischen Studien, die einen direkten Nutzen von CYP1A2-Tests für die Fruchtbarkeitsoptimierung belegen. Die Aussagekraft eines einzelnen Gens für die komplexe Fertilität ist sehr gering. Lebensstil, Ernährung, Hormonstatus und medizinische Faktoren dominieren. Ein Gentest auf CYP1A2 allein ist daher nicht geeignet, um Fruchtbarkeitsprobleme zu diagnostizieren oder zu behandeln. Vorsicht vor übertriebenen Marketingversprechen.
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