Das Mikrobiom der Frau umfasst sowohl das Darmmikrobiom als auch das Vaginalmikrobiom, die beide eine wichtige Rolle für die Gesundheit spielen. Das Vaginalmikrobiom wird hauptsächlich von Laktobazillen dominiert, die durch Milchsäureproduktion ein saures Milieu aufrechterhalten und so vor Infektionen schützen. Störungen dieses Gleichgewichts (Dysbiose) können zu bakterieller Vaginose, Harnwegsinfektionen oder Pilzinfektionen führen. Auch das Darmmikrobiom beeinflusst über die Darm-Hirn-Achse und den Hormonstoffwechsel die weibliche Gesundheit, etwa bei Menstruationsbeschwerden, Endometriose oder Wechseljahren. Allerdings sind viele Behauptungen zu personalisierten Mikrobiom-Tests für Frauen wissenschaftlich noch schwach belegt. Die meisten kommerziellen Tests analysieren nur das Darmmikrobiom, nicht das Vaginalmikrobiom, und liefern oft allgemeine Ernährungsempfehlungen ohne klinische Validierung. Zudem unterliegt das Mikrobiom starken tages- und zyklusabhängigen Schwankungen, sodass eine einzelne Stuhlprobe nur eine Momentaufnahme darstellt. Für spezifische Beschwerden wie wiederkehrende Infektionen oder unerfüllten Kinderwunsch ist eine ärztliche Abklärung unerlässlich. Evidenz: mechanistisch bis moderat, viele Marketingversprechen. Quellen: keine spezifischen aus dem Kontext.
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