CRP (C-reaktives Protein) ist ein von der Leber produzierter Akute-Phase-Protein, dessen Konzentration im Blut bei Entzündungen ansteigt. Als Biomarker wird es klinisch genutzt, um Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder Gewebeschäden zu erkennen. Ein einzelner CRP-Wert ist jedoch nur eine Momentaufnahme – er kann durch akute Infekte, Verletzungen oder sogar starke körperliche Belastung kurzfristig erhöht sein, ohne dass eine chronische Entzündung vorliegt. Für die kardiovaskuläre Risikobewertung wird das hochsensitive CRP (hs-CRP) verwendet, das auch niedrige, aber dauerhaft erhöhte Werte erfasst. Wichtig für Skeptiker: Ein normaler CRP-Wert schließt eine lokale oder leichte Entzündung nicht aus, und ein erhöhter Wert allein ist nicht diagnoseweisend. Direkt-zu-Verbraucher-Tests (z. B. von MyBody-X) liefern einen Messwert, aber ohne ärztliche Einordnung kann dieser fehlinterpretiert werden. Genetische Tests auf Entzündungsgene (wie IL-6 rs1800795) haben nur schwache Vorhersagekraft – der tatsächliche CRP-Wert im Blut ist der deutlich aussagekräftigere Marker. Die Evidenz für CRP als Entzündungsmarker ist stark (human-strong), aber die Interpretation erfordert klinischen Kontext und Wiederholungsmessungen.
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