MTHFR-Varianten (z.B. C677T) werden oft mit Fatigue in Verbindung gebracht, aber die Evidenz ist schwach. Die Variante beeinflusst die Folsäureverstoffwechselung, was theoretisch die Methylierung und Homocystein-Spiegel verändern kann. Erhöhtes Homocystein wird mit Müdigkeit assoziiert, jedoch ist der Effekt klein und nicht bei jedem Träger klinisch relevant. Viele kommerzielle Tests übertreiben den Zusammenhang. Ein MTHFR-Befund allein erklärt Fatigue nicht – andere Faktoren wie Schlaf, Stress, Ernährung, Schilddrüse oder Eisenmangel sind viel wahrscheinlicher. Sinnvoll ist eine ärztliche Abklärung mit Homocystein-, Vitamin-B12- und Folsäure-Blutwerten. Nahrungsergänzung (z.B. Methylfolat) sollte nur nach Messung und ärztlicher Rücksprache erfolgen, da Überdosierung Nebenwirkungen haben kann. Die Evidenzlage ist insgesamt unklar: Es gibt mechanistische Hinweise, aber keine robusten klinischen Studien, die eine kausale Rolle von MTHFR bei Fatigue belegen.
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