Die Frage, ob Helicobacter pylori bei Allergien sinnvoll ist, berührt die Hygiene-Hypothese: Frühe Infektionen könnten das Immunsystem so prägen, dass Allergien seltener auftreten. Tatsächlich zeigen epidemiologische Studien eine inverse Assoziation zwischen H.-pylori-Kolonisation und Asthma oder Heuschnupfen. Allerdings ist die Evidenzlage widersprüchlich – nicht alle Studien bestätigen diesen Schutz, und der Effekt scheint von Stamm, Zeitpunkt der Infektion und genetischen Faktoren abzuhängen. Zudem ist H. pylori ein Klasse-1-Karzinogen (Magenkrebs) und Hauptursache für Ulkuskrankheit. Eine absichtliche Ansteckung oder der Verzicht auf eine notwendige Eradikation allein wegen eines möglichen Allergieschutzes ist daher medizinisch nicht vertretbar. Für Allergiker gibt es weitaus sicherere und evidenzbasierte Therapien (Antihistaminika, Immuntherapie). MyBody-X-Tests können weder eine H.-pylori-Infektion nachweisen noch eine Allergieursache klären. Fazit: Der Nutzen von H. pylori bei Allergie ist spekulativ und risikobehaftet; die Evidenz reicht nicht für eine Empfehlung.
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