CYP2D6 ist ein Schlüsselenzym im Arzneimittelstoffwechsel. In den Wechseljahren sind vor allem zwei Aspekte relevant: 1) Tamoxifen – ein häufig eingesetztes Medikament bei Brustkrebs, das über CYP2D6 in den aktiven Metaboliten Endoxifen umgewandelt wird. Frauen mit verminderter CYP2D6-Aktivität (poor metabolizer) haben ein höheres Risiko für ein Therapieversagen. 2) Antidepressiva wie Paroxetin oder Venlafaxin, die gegen Hitzewallungen eingesetzt werden, werden ebenfalls über CYP2D6 abgebaut. Eine genetisch bedingte Langsamverstoffwechselung kann zu erhöhten Spiegeln und Nebenwirkungen führen. Allerdings ist die Evidenz für eine routinemäßige Genotypisierung vor einer Menopause-Therapie begrenzt. Die meisten Leitlinien empfehlen CYP2D6-Tests nur vor Tamoxifen-Einsatz. Zudem interagieren viele pflanzliche Präparate (z. B. Johanniskraut) mit CYP2D6. Wichtig: Keine Selbstmedikation, sondern ärztliche Begleitung. Die genetische Information ist ein Puzzleteil, ersetzt aber keine klinische Entscheidung.
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