FADS1 kodiert für eine Delta-5-Desaturase, die an der Umwandlung von Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren beteiligt ist. In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel, was den Fettstoffwechsel und Entzündungsprozesse beeinflusst. Einige Studien deuten darauf hin, dass bestimmte FADS1-Varianten die Aktivität des Enzyms verändern und so die Synthese von Arachidonsäure (Omega-6) und EPA/DHA (Omega-3) beeinträchtigen können. Dies könnte bei menopausalen Frauen mit erhöhten Entzündungswerten, Hitzewallungen oder Veränderungen des Lipidprofils zusammenhängen. Allerdings ist die Evidenzlage moderat: Es gibt Assoziationsstudien, aber keine klaren klinischen Handlungsempfehlungen. Ein Gentest allein reicht nicht aus, um eine Supplementierung mit Omega-3-Fettsäuren oder eine spezielle Diät zu rechtfertigen. Sinnvoller ist eine Bestimmung des Omega-3-Index oder der Entzündungsmarker (z. B. hs-CRP) im Blut. Eine ausgewogene Ernährung mit Leinöl, Walnüssen oder fettem Fisch kann generell empfohlen werden. Vorsicht vor überhöhten Omega-6-Quellen (z. B. Distelöl), da eine genetisch bedingt geringere Desaturase-Aktivität die Umwandlung behindern könnte. Die individuelle Genetik ist nur ein Puzzleteil – Lebensstil, Ernährung und Hormonstatus sind entscheidend.
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