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Für wen ist Ferritin Eisenmangel ungeeignet?

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Für wen ist Ferritin Eisenmangel ungeeignet?

Ferritin als alleiniger Marker für Eisenmangel ist ungeeignet bei Personen mit akuten oder chronischen Entzündungen, Infektionen, Autoimmunerkrankungen, Krebs, Lebererkrankungen oder metabolischem Syndrom. Ferritin ist ein Akute-Phase-Protein; seine Konzentration steigt durch Entzündungszytokine (IL-6, TNF-α) unabhängig vom Eisenstatus an. Daher kann ein normaler oder sogar erhöhter Ferritinwert bei gleichzeitigem Eisenmangel vorliegen – ein bekanntes diagnostisches Dilemma. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Adipöse, Dialysepatienten und Personen mit chronischen Erkrankungen. Auch nach intensivem Sport oder bei subklinischen Entzündungen kann Ferritin falsch-hoch sein. Ein Selbsttest, der nur Ferritin misst (z. B. Fingerstichtest), ohne gleichzeitig C-reaktives Protein (CRP) zu bestimmen, liefert in diesen Fällen keine verlässliche Aussage. Die WHO empfiehlt daher, Ferritin immer zusammen mit einem Entzündungsmarker zu interpretieren. Für gesunde, entzündungsfreie Erwachsene ist ein niedriges Ferritin (<30 µg/L) dagegen ein spezifischer Hinweis auf Eisenmangel. Die Grenzwerte variieren nach Alter, Geschlecht und Labor; ein pauschaler Referenzbereich (z. B. 20–200 µg/L) kann irreführend sein. Fazit: Ferritin ist als alleiniger Test für Eisenmangel ungeeignet, wenn eine entzündliche Komponente nicht ausgeschlossen werden kann.

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