Vitamin-D-Mangel ist ein häufiges Thema bei Gesundheits-Checks, aber die Evidenzlage ist differenziert. Ein schwerer Mangel (25(OH)D < 12 ng/ml) ist klar mit Rachitis bei Kindern und Osteomalazie bei Erwachsenen assoziiert. Moderate Defizite (12–20 ng/ml) werden mit erhöhtem Sturz- und Frakturrisiko in Verbindung gebracht, jedoch ist der Nutzen einer Supplementierung für andere Endpunkte (Immunsystem, Herz-Kreislauf) in randomisierten Studien uneinheitlich. Viele kommerzielle Tests bewerben Vitamin-D-Messungen als Indikator für ‚allgemeines Wohlbefinden‘, was wissenschaftlich nicht haltbar ist. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt bei fehlender endogener Synthese (Winter, wenig Sonne) eine tägliche Zufuhr von 20 µg (800 IE), aber eine routinemäßige Bestimmung des Spiegels bei Gesunden wird nicht empfohlen. Caveat: Selbsttests auf Vitamin D können durch saisonale Schwankungen und unterschiedliche Labormethoden verfälscht sein. Bei Verdacht auf Mangel sollte ein Arzt konsultiert werden, der eine individuelle Dosierung vornehmen kann. Die Evidenz für einen Nutzen einer Vitamin-D-Supplementierung bei Gesunden ohne nachgewiesenen Mangel ist schwach.
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