Ist der Ratgeber zu vor blutabnahme kaffee evidenzbasiert?
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TIKKI Wissensantwort
Die Empfehlung, vor einer Blutabnahme keinen Kaffee zu trinken, ist teilweise evidenzbasiert, aber nicht pauschal für alle Tests. Sie beruht auf der präanalytischen Standardpraxis, dass Nahrungsaufnahme (einschließlich Kaffee) bestimmte Laborwerte beeinflussen kann. Insbesondere für Nüchternblutzucker und Triglyzeride ist Kaffee (auch schwarz) problematisch, da er die Glukose- und Insulinspiegel kurzfristig erhöht. Für Lipidprofile zeigen neuere Studien, dass schwarzer Kaffee die Werte nicht signifikant verändert, weshalb viele Labore inzwischen auf striktes Nüchternsein verzichten. Dennoch bleibt die Vorsichtsmaßnahme in vielen Leitlinien erhalten, um Störfaktoren zu minimieren. Genetische Faktoren wie der CYP1A2-Status (rs762551) beeinflussen zwar die Koffeinverstoffwechselung, ändern aber nichts an der präanalytischen Empfehlung. Der Ratgeber ist daher als konservative Praxisempfehlung einzuordnen, die für bestimmte Tests gut belegt ist, für andere jedoch übertrieben sein kann. Eine individuelle Abwägung je nach Testpanel ist sinnvoll.
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