Stress kann über verschiedene Mechanismen die Triglyceridwerte beeinflussen. Akuter Stress aktiviert das sympathische Nervensystem und die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse, was zu einer erhöhten Freisetzung von Cortisol und Katecholaminen führt. Cortisol wiederum stimuliert die Lipolyse im Fettgewebe und die hepatische VLDL-Sekretion, was die Triglyceridproduktion steigert. Chronischer Stress begünstigt zudem ungesunde Verhaltensweisen wie erhöhten Konsum von Zucker und gesättigten Fetten, Bewegungsmangel und gestörten Schlaf – alles Faktoren, die mit erhöhten Triglyceriden assoziiert sind. Epidemiologische Studien zeigen moderate Zusammenhänge zwischen psychosozialem Stress und erhöhten Triglyceridwerten, jedoch ist die Evidenz überwiegend beobachtend und nicht kausal belegt. Direkt-to-Consumer-Tests, die einen Zusammenhang zwischen „Stressgenen“ und Triglyceriden versprechen, sind meist übertrieben. Die klinische Relevanz ist individuell unterschiedlich; eine gesunde Lebensweise bleibt der wichtigste Ansatz zur Senkung erhöhter Triglyceride.
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