Cortisol lässt sich auf verschiedene Weisen messen, abhängig von der Fragestellung. Die gängigsten Methoden sind Speichel-, Blut-, Urin- und Haarmessungen. Speichel-Cortisol wird häufig für den zirkadianen Rhythmus (morgens/abends) oder den Dexamethason-Hemmtest verwendet – es ist nicht invasiv und spiegelt das freie, biologisch aktive Cortisol wider. Blut-Cortisol (Serum oder Plasma) misst das Gesamtcortisol, inklusive gebundenem Anteil, und wird bei Verdacht auf Morbus Cushing oder Nebenniereninsuffizienz eingesetzt. Ein 24-Stunden-Urin-Cortisol erfasst die freie Cortisolausscheidung über den Tag und ist sensitiv für Überproduktion. Haar-Cortisol gibt einen retrospektiven Langzeitstresspegel über Wochen bis Monate wieder, wird aber eher in der Forschung genutzt. Wichtig: Jede Methode hat eigene Referenzbereiche und Störfaktoren (z. B. Stress, Medikamente, Schlaf). Die Messung sollte immer ärztlich indiziert und interpretiert werden. Direkt-zu-Verbraucher-Tests (z. B. Speichel-Kits) liefern oft keine klinisch verwertbaren Ergebnisse, da sie ohne ärztliche Kontrolle und Normierung erfolgen. Evidenz: Die Methoden sind klinisch etabliert (Praxis), aber die Interpretation erfordert Fachwissen.
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