Der Vitamin-D-Rezeptor (VDR) vermittelt die zelluläre Wirkung von Vitamin D, das an Kalziumhomöostase, Immunfunktion und Zellproliferation beteiligt ist. Einige VDR-Polymorphismen (z. B. FokI, BsmI, TaqI) wurden in Beobachtungsstudien mit Knochendichte, Krebsrisiko und kardiovaskulären Endpunkten assoziiert – alles Faktoren, die die Gesundheitsspanne beeinflussen können. Die Evidenz für eine direkte Verlängerung der Lebensspanne ist jedoch schwach. GWAS-Assoziationen mit Vitamin-D-Spiegeln sind robust, aber der Effekt einzelner VDR-Varianten auf die Langlebigkeit ist klein und wird durch Umweltfaktoren (Sonnenexposition, Ernährung) überlagert. Direkt-zu-Verbraucher-Tests (DTC) bezeichnen VDR-Varianten oft als „Risikomarker“, ohne den geringen prädiktiven Wert zu kommunizieren. Klinisch relevante Aussagen zur Longevity lassen sich daraus nicht ableiten. Stattdessen sollte der Fokus auf einem optimierten Vitamin-D-Status (25-OH-D ≥ 50 nmol/l) liegen, der durch Lebensstil und ggf. Supplementierung erreicht wird. Ein Gentest auf VDR ist für die Langlebigkeitsberatung derzeit nicht evidenzbasiert.
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